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FIRE-Rechner Österreich

Berechnen Sie, wie viele Jahre Sie bis zur finanziellen Unabhängigkeit brauchen. Zielvermögen nach der 4-Prozent-Regel, Sparrate und Rendite, mit KESt-Hinweis.

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Zielvermögen nach der 4-Prozent-Regel und Jahre bis zur finanziellen Unabhängigkeit aus Startvermögen, Sparrate und Rendite.

Rendite am besten als Nettorendite nach KESt eingeben. Inflation nicht berücksichtigt.

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Was FIRE bedeutet und woher die 4-Prozent-Regel stammt

FIRE steht für "Financial Independence, Retire Early": finanzielle Unabhängigkeit und vorzeitiger Ruhestand. Das Konzept beruht auf der Trinity-Studie aus dem Jahr 1998, in der drei US-Ökonomen untersuchten, welche Entnahmerate ein Portfolio über 30 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit überlebt. Ihr Ergebnis: 4 Prozent pro Jahr sind bei einer ausgewogenen Aktien-Anleihen-Mischung historisch sicher. Daraus folgt das 25-fache als Zielvermögen, denn 1 geteilt durch 4 Prozent ergibt 25. Wer 40.000 Euro im Jahr ausgibt, braucht demnach 1.000.000 Euro. Wer eine konservativere Entnahmerate von 3,5 Prozent wählt, braucht das 28,6-fache, also rund 1.143.000 Euro.

Rechenbeispiel: 100.000 Euro Startkapital, 20.000 Euro Sparrate

Ein 35-jähriger Wiener hat 100.000 Euro angespart, spart jährlich 20.000 Euro und erwartet eine Nettorendite von 5 Prozent nach KESt. Die Jahresausgaben betragen 40.000 Euro, die Entnahmerate 4 Prozent. Das Zielvermögen liegt bei 1.000.000 Euro. Nach dem ersten Jahr wächst das Vermögen auf 100.000 mal 1,05 plus 20.000, also 125.000 Euro. Nach rund 21 Jahren ist das Zielvermögen erreicht. Mit dem Vermögen von 1.000.000 Euro und einer Entnahme von 4 Prozent stehen 40.000 Euro pro Jahr zur Verfügung, was exakt den Ausgaben entspricht. Wer die Rendite mit 7 Prozent ansetzt (ohne KESt-Abzug), erreicht das Ziel rund 4 Jahre früher.

KESt und Inflation: die zwei wichtigsten Korrekturen für Österreich

In Österreich beträgt die Kapitalertragsteuer 27,5 Prozent auf Dividenden und Kursgewinne. Bei thesaurierenden ETFs wird seit 2022 jährlich ein fiktiver Zufluss besteuert, auch ohne Verkauf. Das senkt die effektive Rendite merklich. Als Richtwert gilt: Von 7 Prozent Bruttorendite verbleiben je nach Anteil der Ausschüttungen und Haltedauer rund 5 bis 6 Prozent netto. Inflation wirkt zusätzlich. Wer nominal 5 Prozent nach KESt erzielt und 3 Prozent Inflation einkalkuliert, erreicht real nur 2 Prozent Kaufkraftzuwachs. Für eine inflationsbereinigte Projektion tragen Sie die reale Nettorendite ein und verstehen die Jahresausgaben als heutige Kaufkraft.

Grenzen der 4-Prozent-Regel und Alternativen

Die Trinity-Studie basiert auf US-Marktdaten von 1926 bis 1995 und einem 30-jährigen Entnahmezeitraum. Wer mit 40 Jahren in Pension geht, braucht das Portfolio für 50 Jahre oder länger, was eine niedrigere Entnahmerate von 3 bis 3,5 Prozent nahelegt. Für europäische Märkte gilt historisch eine etwas geringere Rendite als für den US-Markt, weshalb manche Experten 3,5 Prozent als sicherere Entnahmerate für Europa empfehlen. Eine flexible Strategie senkt die Entnahme in schlechten Börsenjahren und erhöht sie in guten Jahren, was die Nachhaltigkeit des Portfolios deutlich verbessert. Der Rechner zeigt den Ausgangspunkt; für die individuelle Planung empfiehlt sich eine Beratung durch einen unabhängigen Finanzberater.

Frequently asked questions

Was ist die 4-Prozent-Regel und das 25-fache?
Die 4-Prozent-Regel besagt, dass ein Portfolio, das jährlich 4 Prozent entnimmt, auf Basis historischer US-Marktdaten über 30 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aufgebraucht wird. Daraus folgt das 25-fache: Das Zielvermögen entspricht den Jahresausgaben multipliziert mit 25. Wer 40.000 Euro im Jahr ausgibt, braucht demnach 1.000.000 Euro. Diese Faustregel stammt aus der Trinity-Studie von 1998 und gilt als Ausgangspunkt, nicht als Garantie.
Welche Sparquote ist realistisch für FIRE in Österreich?
Eine Sparquote von 20 bis 30 Prozent des Nettoeinkommens gilt als solide Basis. Wer 50 Prozent oder mehr spart, erreicht finanzielle Unabhängigkeit häufig in 15 bis 20 Jahren. Je höher die Sparquote, desto kürzer der Weg, weil gleichzeitig das Zielvermögen sinkt (niedrigere Ausgaben) und das Vermögen schneller wächst. In Österreich senkt die hohe Abgabenbelastung das verfügbare Nettoeinkommen, weshalb viele FIRE-Sparer besonders auf Ausgaben achten.
Welche Annahmen liegen dem Rechner zugrunde?
Der Rechner setzt eine konstante jährliche Rendite voraus, addiert die Sparrate am Jahresende und iteriert bis das Vermögen das Zielvermögen erreicht oder 100 Jahre vergehen. Steuern auf Erträge während der Ansparphase sind nicht eingerechnet. Inflation ist ebenfalls nicht berücksichtigt: Für eine reale Berechnung ziehen Sie die erwartete Inflationsrate von der Rendite ab, also etwa 7 Prozent nominale Rendite minus 3 Prozent Inflation ergibt 4 Prozent reale Rendite als Eingabe.
Wie wirkt die KESt in Österreich auf FIRE-Portfolios?
In Österreich beträgt die Kapitalertragsteuer (KESt) 27,5 Prozent auf Dividenden und realisierte Kursgewinne bei Wertpapieren. Bei thesaurierenden ETFs fällt seit 2022 jährlich eine fiktive Ausschüttung (Zufluss-Meldesystem) an, auch ohne tatsächlichen Verkauf. Das senkt die effektive Nettorendite spürbar. Als Faustregel gilt: Von einer Brutto-Rendite von 7 Prozent verbleiben nach 27,5 Prozent KESt auf den Gewinnanteil je nach Haltedauer rund 5 bis 6 Prozent netto. Tragen Sie für realistische Ergebnisse die Nettorendite nach KESt ein.

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Sources

  1. Einkommensteuertarif 2025 (Paragraf 33 EStG, Tarifstufen), Bundesministerium fuer Finanzen (BMF)
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