Neuen Bruttolohn, nominale Differenz und reale Lohnerhoehung nach Inflation auf Jahresbasis berechnen.
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Nominale Erhoehung gegen reale Kaufkraft
Eine Lohnerhoehung auf dem Papier ist nicht dasselbe wie mehr Kaufkraft im Portemonnaie. Solange die Inflation schneller steigt als der Lohn, verlieren Arbeitnehmende real an Kaufkraft, obwohl ihr nominales Gehalt hoher ist als im Vorjahr. In der Schweiz liegt die Inflation historisch tief, typischerweise zwischen 0 und 2 Prozent, doch in Phasen mit erhoehter Teuerung kann selbst eine Erhoehung von 2 Prozent realen Stillstand bedeuten. Wer seinen Lohn verhandelt, sollte deshalb die aktuelle Inflationsrate des Bundesamts fuer Statistik (BFS) als Ausgangspunkt nehmen und zuerst einen realen Ausgleich anstreben, bevor ein tatsaechlicher Realzuwachs diskutiert wird.
Rechenbeispiel: CHF 90'000 Jahresgehalt, 3 Prozent Erhoehung, 1,1 Prozent Inflation
Ausgangssituation: Ein Bruttojahresgehalt von CHF 90'000 in der Schweiz. Der Arbeitgeber bietet 3 Prozent Lohnerhoehung. Die aktuelle Inflationsrate betraegt 1,1 Prozent.
Von der nominalen Erhoehung von CHF 2'700 bleiben nach Inflationsausgleich real CHF 1'710 als tatsaechlicher Kaufkraftgewinn. Das entspricht einer realen Lohnerhoehung von 1,9 Prozent. Haette die Erhoehung nur 1,1 Prozent betragen, waere der Realzuwachs null gewesen, das heisst, der Lohn haette lediglich mit der Teuerung Schritt gehalten.
Die Schweizer Lohnstruktur: 12 oder 13 Monatslohne
In der Schweiz ist der 13. Monatslohn weit verbreitet und in vielen Gesamtarbeitsvertraegen (GAV) sowie Einzelarbeitsvertraegen festgeschrieben. Er entspricht einem zusaetzlichen Monatslohn und wird meist im Dezember oder in zwei Haelften im Juni und Dezember ausbezahlt. Bei einem Jahresgehalt von CHF 90'000 mit 13. Monatslohn betraegt der monatliche Grundlohn CHF 6'923 (90'000 geteilt durch 13). Eine Erhoehung um 3 Prozent auf CHF 92'700 erhoeht den monatlichen Grundlohn entsprechend auf CHF 7'131. Wer ein Stellenangebot mit dem aktuellen Gehalt vergleicht, muss darauf achten, ob beide Angebote dieselbe Monatslohnbasis haben. Werden 12 Monatsloehne angeboten, entspricht ein Jahresgehalt von CHF 92'700 einem Monatsgehalt von CHF 7'725, was wesentlich hoeher ist als beim 13-Monatslohn-Modell.
Frequently asked questions
Warum ist eine Lohnerhoehung auf dem Bruttolohn und nicht auf dem Nettolohn zu rechnen?
Lohnerhoehungen werden immer auf dem Bruttolohn vereinbart und ausgezahlt. Der Nettolohn haengt vom individuellen Grenzsteuersatz, dem Kanton und den Sozialabzuegen ab. Eine Erhoehung von CHF 500 brutto ergibt je nach Kanton und Einkommensstufe zwischen CHF 250 und CHF 380 netto mehr auf dem Konto. Weil die Steuerprogression in der Schweiz stufenweise wirkt, steigt der Nettobetrag unterproportional, wenn das neue Gehalt eine hoehere Steuerklasse beruehrt. Der Bruttovergleich ermoeglicht deshalb eine sauberere Verhandlungsbasis.
Was ist der Unterschied zwischen nominaler und realer Lohnerhoehung?
Die nominale Lohnerhoehung ist der vereinbarte Prozentsatz oder CHF-Betrag, der auf dem Lohnstreifen erscheint. Die reale Lohnerhoehung zieht davon die Inflationsrate ab und zeigt, wie viel Kaufkraft tatsaechlich dazukommt. Betraegt die Lohnerhoehung 2 Prozent und die Inflation 2 Prozent, ergibt sich eine reale Erhoehung von null, das heisst, die Kaufkraft bleibt unveraendert. Liegt die Lohnerhoehung unter der Inflation, sinkt die reale Kaufkraft trotz einer nominalen Erhoehung. In der Schweiz lag die Inflation 2024 bei rund 1,1 Prozent; das BFS veroeffentlicht die aktuellen Werte monatlich.
Wie sollte ich meine Lohnerhoehung in der Schweiz verhandeln?
Bereiten Sie sich mit konkreten Zahlen vor: Marktgehalt fuer Ihre Position laut Lohnrechner des BFS oder Jobportalen, Ihre messbaren Beitraege im vergangenen Jahr, die aktuelle Inflationsrate. Eine Lohnerhoehung unter der Inflationsrate bedeutet realen Kaufkraftverlust und ist sachlich kein Gewinn. Formulieren Sie einen Wunschbetrag, der rund 10 bis 15 Prozent ueber Ihrem Ziel liegt, um Verhandlungsspielraum zu haben. In der Schweiz finden Lohngespraeche meist einmal jaehrlich statt, oft im Oktober oder November fuer das Folgejahr.
Was hat es mit dem 13. Monatslohn in der Schweiz auf sich?
In der Schweiz ist der 13. Monatslohn weit verbreitet; bei vielen Unternehmen ist er im Gesamtarbeitsvertrag oder im Arbeitsvertrag festgelegt. Er entspricht einem zusaetzlichen Monatslohn, wird meist im Dezember oder halbjaehrlich ausbezahlt und zaehlt zum AHV-pflichtigen Lohn. Bei einem Jahresgehalt von CHF 100 000 mit 13. Monatslohn ergibt sich ein Monatslohn von CHF 7 692 (100 000 geteilt durch 13). Achten Sie bei einem Lohnvergleich immer darauf, ob der Betrag auf 12 oder 13 Monatslohne basiert.