Gewerbesteuer berechnen: Steuermesszahl 3,5 Prozent mal Hebesatz der Gemeinde, mit Freibetrag von 24.500 Euro für Einzelunternehmen und Personengesellschaften.
Gewerbesteuer aus Gewerbeertrag und kommunalem Hebesatz.
Gewerbesteuer im Jahr
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Steuermessbetrag
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Warum dieselbe Firma in zwei Städten unterschiedlich zahlt
Die Gewerbesteuer ist die wichtigste eigene Einnahmequelle der Gemeinden, und sie dürfen ihre Höhe selbst bestimmen. Bund und Land legen nur die Steuermesszahl von 3,5 Prozent fest, die jede Gemeinde mit ihrem individuellen Hebesatz multipliziert. Deshalb zahlt ein Betrieb mit gleichem Gewinn in München, Frankfurt oder einer hebesatzschwachen Umlandgemeinde sehr unterschiedlich viel. Hebesätze reichen von rund 250 Prozent in steuergünstigen Kommunen bis über 580 Prozent in großen Städten. Für die Standortwahl ist das ein echter Kostenfaktor.
80.000 Euro Gewinn bei Hebesatz 400
Ein Einzelunternehmer erzielt 80.000 Euro Gewerbeertrag. Davon bleibt der Freibetrag von 24.500 Euro frei, es verbleiben 55.500 Euro. Mal 3,5 Prozent ergibt das einen Steuermessbetrag von 1.942,50 Euro. Bei einem Hebesatz von 400 Prozent beträgt die Gewerbesteuer 7.770 Euro. Wichtig: Als Einzelunternehmer rechnen Sie das 3,8-fache des Messbetrags auf Ihre Einkommensteuer an, hier also 7.381,50 Euro, sodass die echte Mehrbelastung viel kleiner ausfällt.
Gilt der Freibetrag auch für die GmbH?
Nein. Den Freibetrag von 24.500 Euro gibt es nur für Einzelunternehmen und Personengesellschaften. Kapitalgesellschaften wie die GmbH zahlen Gewerbesteuer ab dem ersten Euro Ertrag und können sie auch nicht auf eine Einkommensteuer anrechnen, da sie der Körperschaftsteuer unterliegen.
Frequently asked questions
Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?
Vom Gewerbeertrag wird bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften ein Freibetrag von 24.500 Euro abgezogen. Der Rest wird auf volle 100 Euro abgerundet und mit der Steuermesszahl von 3,5 Prozent multipliziert. Diesen Steuermessbetrag multipliziert die Gemeinde mit ihrem Hebesatz, der meist zwischen 250 und 580 Prozent liegt.
Können Einzelunternehmer die Gewerbesteuer anrechnen?
Ja. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften wird das 3,8-fache des Steuermessbetrags auf die Einkommensteuer angerechnet. Bis zu einem Hebesatz von etwa 380 Prozent wird die Gewerbesteuer dadurch praktisch vollständig neutralisiert.
Welche Hinzurechnungen und Kürzungen gibt es beim Gewerbeertrag?
Dem Gewerbeertrag werden unter anderem 25 Prozent der Entgelte für Schulden sowie Teile von Mieten und Leasingraten hinzugerechnet, soweit sie den Freibetrag von 200.000 Euro überschreiten. Auf der anderen Seite können zum Beispiel Gewinnanteile aus Mitunternehmerschaften und bestimmte Dividenden gekürzt werden. Dieser Rechner arbeitet mit dem eingegebenen Gewerbeertrag als Bemessungsgrundlage nach diesen Korrekturen.
Wie hoch ist der Gewerbesteuer-Hebesatz in großen deutschen Städten?
Die Hebesätze variieren stark nach Gemeinde. Berlin liegt bei 410 Prozent, München bei 490 Prozent, Hamburg bei 470 Prozent und Frankfurt am Main bei 460 Prozent. Kleinere Umlandgemeinden bieten oft Hebesätze um 250 bis 300 Prozent, was die Standortwahl für Unternehmen zu einem echten Steuerfaktor macht. Der gesetzliche Mindest-Hebesatz beträgt 200 Prozent.